Berufspädagogische Fortbildungen für Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter — 39 Module in fünf Themenlinien, buchbar als Einzeltag, als Online-Format oder als Inhouse-Veranstaltung für Ihre Einrichtung. Jedes Modul endet mit einem Arbeitsergebnis, das Sie am nächsten Tag einsetzen können.
Zur Fortbildungspflicht: Nach § 4 Abs. 3 PflAPrV ist die Befähigung zur Praxisanleitung durch berufspädagogische Fortbildung im Umfang von mindestens 24 Stunden jährlich nachzuweisen. Analoges gilt für Praxisanleitende in der ATA-/OTA-Ausbildung (§ 9 Abs. 2 S. 3 ATA-OTA-APrV). Drei Module à 8 UE decken die Jahrespflicht ab.
Bei jedem Modul ist der berufspädagogische Stundenanteil ausgewiesen. Die Anerkennung richtet sich nach den Vorgaben der zuständigen Behörde des jeweiligen Bundeslandes.
- Linie A — Recht, Rahmen, Rolle
- Linie B — Didaktik und Methodik
- Linie C — Beziehung, Vielfalt, Kommunikation
- Linie D — Innovation und Zukunft
- Linie E — System, Qualität, Weiterentwicklung
- Jahrespakete
Linie A — Recht, Rahmen, Rolle
Der rechtliche und organisatorische Rahmen der Praxisanleitung — Grundlage für alle weiteren Module.
M01 Rechtssicher anleiten Delegation, Haftung und Aufsichtspflicht im Ausbildungsalltag Basis Präsenz oder 2 × 4 UE online 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie klären die Rechtsfragen, die im Anleitungsalltag wirklich vorkommen — von der Delegation über die Aufsichtspflicht bis zur belastbaren Dokumentation. Am Ende des Tages haben Sie einen eigenen Entscheidungsleitfaden für Ihren Bereich in der Hand.
Die Teilnehmenden
- ordnen Vorbehaltsaufgaben, Delegation und Durchführungsverantwortung rechtlich korrekt zu
- leiten aus Ausbildungsstand und Situation ab, welche Aufgaben eigenverantwortlich übertragbar sind
- gestalten Aufsicht abgestuft statt binär
- dokumentieren Anleitung so, dass sie im Streitfall trägt
Inhalte: PflBG/PflAPrV im Überblick · Vorbehaltsaufgaben nach § 4 PflBG · Delegation, Übernahmeverschulden, Anordnungsverantwortung · Aufsichtspflicht in Abstufungen · Jugendarbeitsschutz und Arbeitszeit · freiheitsentziehende Maßnahmen mit Lernenden.
Umfang und Format: Präsenz oder 2 × 4 UE online · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Fallarbeit mit Rechtsprechungsbeispielen, Entscheidungsbaum-Übung, kollegiale Fallberatung.
Sie nehmen mit: Persönlicher Entscheidungsleitfaden „Was darf wer wann allein?" für den eigenen Bereich.
M02 Ausbildung planen statt verwalten Ausbildungsplan, Einsatzplanung und Lernortkooperation wirksam gestalten Basis Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Anleitungszeit entsteht nicht nebenbei — sie muss geplant, geschützt und belegt werden. In diesem Modul entwickeln Sie eine Einsatzplanung für Ihren Bereich, die dem Dienstplan standhält und an das anschließt, was in der Schule gelehrt wird.
Die Teilnehmenden
- leiten aus dem Rahmenausbildungsplan konkrete Einsatzziele für ihren Bereich ab
- planen die geschuldete Anleitungszeit so, dass sie im Dienstplan sichtbar und belegbar ist
- entwickeln Praxisaufgaben, die an den Lernstand der Schule anschließen
- gestalten die Zusammenarbeit mit der Pflegeschule verbindlich statt anlassbezogen
Inhalte: Rahmen- und einrichtungsbezogene Ausbildungspläne · 10 %-Anleitungszeit organisatorisch verankern · Einsatzziele und Praxisaufträge formulieren · Schnittstellen zur Praxisbegleitung · Übergaberituale zwischen den Lernorten.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Arbeit am eigenen Ausbildungsplan, Dienstplan-Simulation, Schnittstellenanalyse.
Sie nehmen mit: Bereichsbezogener Einsatzplan mit terminierten Anleitungsfenstern und drei ausformulierten Praxisaufträgen.
M03 Die fünf Kompetenzbereiche Die Anlagen der PflAPrV als Arbeitsinstrument statt als Textwüste Basis Präsenz oder 2 × 4 UE online 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie machen aus dem Anlagentext ein Arbeitsinstrument: Sie prüfen, welche Kompetenzbereiche Ihr Einsatzbereich tatsächlich bedient, wo Lücken bleiben, und entwickeln passende Praxisaufgaben. Am Ende steht eine Landkarte, mit der Sie Einsätze planen und begründen können.
Die Teilnehmenden
- benennen die fünf Kompetenzbereiche und unterscheiden sie inhaltlich voneinander
- ordnen typische Anleitungssituationen ihres Bereichs den Kompetenzbereichen zu
- erkennen, welche Bereiche in ihrem Einsatzfeld systematisch unterbelichtet bleiben
- entwickeln Praxisaufgaben gezielt für die schwach abgedeckten Bereiche
- verknüpfen die Kompetenzbereiche mit ihren Beurteilungsinstrumenten
Inhalte: Die Bereiche I bis V im Überblick — Pflegeprozess und Pflegediagnostik, Kommunikation und Beratung, intra- und interprofessionelles Handeln, rechtliche und institutionelle Grundlagen, wissenschaftliche Erkenntnisse und berufsethische Haltungen · Bezug zu Rahmenlehrplan und Prüfung · Zuordnungsübung am eigenen Bereich · typische Leerstellen, besonders bei Reflexions- und Beratungskompetenzen · Umgang mit Bereichen, die sich im eigenen Setting kaum abbilden lassen.
Umfang und Format: Präsenz oder 2 × 4 UE online · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Kompetenzbereichs-Audit des eigenen Einsatzbereichs, Zuordnungsübung mit realen Anleitungssituationen, Aufgabenwerkstatt.
Sie nehmen mit: Eine Kompetenz-Landkarte des eigenen Einsatzbereichs — welcher Bereich wo gelernt werden kann — plus fünf zugeordnete Praxisaufgaben.
M04 Beurteilen, bewerten, dokumentieren Kompetenzorientierte Einschätzung mit rechtssicherer Grundlage Basis Präsenz oder 2 × 4 UE online 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie schärfen den Blick für den Unterschied zwischen Beobachtung und Urteil und lernen, Einschätzungen so zu begründen, dass sie tragen — im Gespräch mit Auszubildenden ebenso wie im Konfliktfall.
Die Teilnehmenden
- unterscheiden Beobachtung, Interpretation und Bewertung sauber voneinander
- erkennen typische Beurteilungsfehler bei sich selbst und gegensteuern
- übersetzen Kompetenzbeschreibungen in beobachtbare Indikatoren
- formulieren Beurteilungen so, dass sie begründet, nachvollziehbar und anfechtungsfest sind
Inhalte: Kompetenzmodelle und -raster · Beurteilungsfehler (Halo, Milde/Strenge, Reihenfolge, Sympathie) · Kriterienbildung und Ankerbeispiele · Zwischen- und Abschlussgespräch · Dokumentationspflichten und Aufbewahrung · Umgang mit Widerspruch.
Umfang und Format: Präsenz oder 2 × 4 UE online · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Videofallanalyse, Beurteilungswerkstatt an anonymisierten Beispielen, Formulierungstraining.
Sie nehmen mit: Überarbeiteter Beurteilungsbogen mit Ankerbeispielen für den eigenen Einsatzbereich.
M05 Die praktische Prüfung begleiten Rolle, Aufgaben und Fallgestaltung als Fachprüfer:in Basis Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Prüfen ist etwas anderes als Anleiten. Sie üben Fallauswahl, Beobachtung und Notenfindung an simulierten Prüfungssequenzen und klären Ihre Rolle zwischen Begleitung und Bewertung.
Die Teilnehmenden
- beschreiben Ablauf, Rechtsrahmen und Rollen der praktischen Prüfung nach PflAPrV
- wählen und konstruieren Prüfungsfälle mit angemessener Komplexität
- bewerten Prüfungsleistungen kriteriengeleitet und im Team konsensfähig
- trennen die Anleitungs- von der Prüfungsbeziehung
Inhalte: Prüfungsaufbau und Prüfungsteile · Fallauswahl und Fallkonstruktion · Bewertungsraster und Notenfindung · Reflexionsgespräch als Prüfungsteil · Rollenkonflikt „ich habe sie ausgebildet" · Nichtbestehen und Wiederholung.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Simulierte Prüfungssequenz mit Bewertungsabgleich, Fallkonstruktionswerkstatt.
Sie nehmen mit: Zwei selbst konstruierte Prüfungsfälle inklusive Bewertungsraster.
M06 Rolle halten, Kraft behalten Anleiten unter Zeitdruck, Grenzen setzen, Nähe und Distanz gestalten Basis / Vertiefung Präsenz 8 UE · davon 6 berufspäd.
Sie klären, was Ihre Rolle von Ihnen verlangt, wo sie überfordert und wie Sie Anleitung auch in dichten Schichten stattfinden lassen. Mit Raum für kollegialen Austausch und ein konkretes Anliegen, das Sie mitnehmen.
Die Teilnehmenden
- analysieren die Rollenanforderungen und -konflikte ihrer Position
- entwickeln Strategien, Anleitung auch unter Zeitdruck stattfinden zu lassen
- gestalten Nähe und Distanz zu Auszubildenden bewusst
- benennen ihre Bedarfe gegenüber Leitung und Team konkret und verhandelbar
Inhalte: Rollenanalyse und Erwartungsklärung · Spannungsfeld Versorgung vs. Ausbildung · Nähe/Distanz, Loyalitätskonflikte · Grenzen setzen gegenüber Team und Leitung · Ressourcen und Belastungssignale · Anliegen wirksam adressieren.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 6 berufspädagogisch
Methoden: Rollenlandkarte, kollegiale Beratung, Verhandlungstraining mit Leitungsrolle.
Sie nehmen mit: Persönliche Rollenlandkarte und ein vorbereitetes Anliegen für das nächste Gespräch mit der Leitung.
Linie B — Didaktik und Methodik
Das didaktische Handwerk: Anleitungssituationen planen, Denken sichtbar machen, Reflexion anleiten.
M07 Vom Lernziel zur Lernaufgabe Anleitungssituationen planen, durchführen, auswerten Basis Präsenz oder 2 × 4 UE online 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie planen eine Anleitungssituation vom Lernziel bis zur Auswertung, erproben sie im geschützten Rahmen und nehmen ein einsatzfertiges Konzept mit — mit Methoden, die über „Vormachen und Nachmachen" hinausgehen.
Die Teilnehmenden
- formulieren Lernziele kompetenzorientiert und überprüfbar
- wählen Anleitungsmethoden passend zu Lernziel und Lernstand
- planen eine vollständige Anleitungssituation von der Vorbereitung bis zur Auswertung
- gestalten Auswertungsgespräche lernwirksam statt bewertend
Inhalte: Kompetenzorientierte Lernziele · Sechs-Stufen-Methode · Cognitive Apprenticeship (Modeling, Coaching, Scaffolding, Fading) · Lernaufgaben und Praxisaufträge · Auswertungsgespräch · Dokumentation der Anleitung.
Umfang und Format: Präsenz oder 2 × 4 UE online · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Planungswerkstatt, Micro-Teaching mit Peer-Feedback, Methodenmarkt.
Sie nehmen mit: Vollständig ausgearbeitete Anleitungssituation für den eigenen Bereich, im Kurs erprobt.
M08 Fallbasierte Didaktik in der Praxisanleitung Mit Fällen anleiten statt mit Verrichtungen Basis / Vertiefung Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie bringen Fälle aus Ihrem Bereich mit und gehen mit zwei didaktisch aufbereiteten Fällen wieder heraus — inklusive Leitfragen, mit denen Sie Fallbesprechungen führen, ohne die Lösung vorwegzunehmen.
Die Teilnehmenden
- unterscheiden fallorientiertes, fallbasiertes und fallrekonstruktives Arbeiten nach Zielsetzung
- wählen geeignete Fälle aus dem eigenen Bereich aus und bereiten sie didaktisch auf
- steuern Fallarbeit mit Leitfragen statt mit Lösungsvorgaben
- beachten Persönlichkeitsrechte und Anonymisierung
- verbinden Fallarbeit mit Prüfungsvorbereitung und klinischem Urteilen
Inhalte: Fallverständnisse in der Pflegedidaktik · der Fall als Anlass gegenüber dem Fall als Rekonstruktionsgegenstand · Fallaufbereitung aus der eigenen Praxis · Leitfragen und Moderationsschritte · Anonymisierung und Datenschutz · Umgang mit emotional belastenden Fällen · Anschluss an Clinical Reasoning und praktische Prüfung.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Fallwerkstatt mit eigenen Fällen, moderierte Fallbesprechung im Fishbowl, Leitfragenentwicklung.
Sie nehmen mit: Zwei aufbereitete, anonymisierte Fälle aus dem eigenen Bereich mit Leitfragen und Auswertungsraster.
M09 Die Fünf-Minuten-Anleitung Mikroanleitung im Schichtalltag Basis Präsenz oder 2 × 4 UE online 8 UE · davon 8 berufspäd.
Anleitung braucht nicht immer einen freigestellten Vormittag. Sie lernen Kurzformate kennen, die zwischen Visite und Übergabe funktionieren, und trainieren sie unter realistischen Bedingungen.
Die Teilnehmenden
- erkennen Lerngelegenheiten im laufenden Betrieb und nutzen sie gezielt
- setzen Kurzformate ein, die in unter zehn Minuten wirksam sind
- geben im Handlungsfluss präzises Feedback, ohne den Ablauf zu stören
- qualifizieren das Team für alltagsintegrierte Lernbegleitung
Inhalte: One-Minute-Preceptor und SNAPPS · Lernanlässe in Übergabe, Visite, Dokumentation · Priming und Debriefing in Kurzform · Feedback im Handlungsfluss · Lernen am Modell bewusst inszenieren · Teamqualifizierung.
Umfang und Format: Präsenz oder 2 × 4 UE online · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Schichtsimulation mit Störgeräusch, Kurzsequenz-Training, Videobeispiele.
Sie nehmen mit: Sammlung von zehn erprobten Mikroformaten für den eigenen Schichtalltag.
M10 Denken sichtbar machen Clinical Reasoning anleiten Vertiefung Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie lernen, das eigene klinische Denken hörbar zu machen und das der Auszubildenden gezielt herauszufordern — mit Methoden, die aus stillen Handgriffen begründete Entscheidungen machen.
Die Teilnehmenden
- erklären Modelle klinischen Urteilens und ihren Nutzen für die Anleitung
- machen eigene Entscheidungsprozesse für Lernende explizit
- setzen Methoden ein, die das Denken von Auszubildenden hörbar machen
- diagnostizieren Denkfehler und arbeiten gezielt daran
Inhalte: Modelle des Clinical Reasoning · Novizen-Experten-Unterschiede · Think-Aloud und lautes Modellieren · Fallvignetten und What-if-Variationen · Concept Mapping · typische Denkfehler und Bias.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Think-Aloud-Tandems, Fallvignettenarbeit, Concept-Mapping am eigenen Fall.
Sie nehmen mit: Drei Fallvignetten mit Leitfragen, einsetzbar im eigenen Bereich.
M11 Reflexion anleiten Von der Nacherzählung zur Erkenntnis Vertiefung Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie erweitern Ihr Fragenrepertoire und lernen Reflexionsformate kennen, die über die Nacherzählung hinausführen — mündlich, schriftlich und im kollegialen Kreis.
Die Teilnehmenden
- unterscheiden Reflexionsmodelle und wählen situationsangemessen aus
- moderieren Reflexionsgespräche strukturiert und ergebnisoffen
- setzen schriftliche Reflexionsformate lernwirksam ein
- etablieren kollegiale Beratung im PA-Kreis
Inhalte: Reflexionszyklus nach Gibbs · Kernreflexion nach Korthagen · Lerntagebuch und E-Portfolio · Fragetechniken für Reflexionsgespräche · kollegiale Beratung · Umgang mit emotional belastenden Erfahrungen.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Reflexionsgespräche im Fishbowl, Schreibwerkstatt, kollegiale Beratung live.
Sie nehmen mit: Reflexionsleitfaden mit Fragenrepertoire und ein erprobtes Format für den eigenen Bereich.
M12 Simulation im Praxisfeld Szenarien gestalten, Debriefing führen Vertiefung / Innovation Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie entwickeln ein Simulationsszenario, das mit Bordmitteln auf Ihrer Station funktioniert, und trainieren das Debriefing — den Teil, in dem das Lernen tatsächlich stattfindet.
Die Teilnehmenden
- konzipieren Szenarien mit klarem Lernziel und angemessener Komplexität
- führen In-situ-Simulationen mit vertretbarem Aufwand durch
- moderieren Debriefings nach einem strukturierten Modell
- schaffen und sichern psychologische Sicherheit
Inhalte: Szenariendesign und Briefing · Rollen und Ausstattung mit Bordmitteln · In-situ-Simulation auf Station · Debriefing-Modelle (PEARLS, Advocacy-Inquiry) · psychologische Sicherheit · typische Debriefing-Fallen.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Szenarienentwicklung, Simulation mit Rollentausch, Debriefing-Training mit Beobachtungsbogen.
Sie nehmen mit: Ein einsatzfertiges Szenario inklusive Briefing und Debriefing-Leitfaden.
M13 Lernprozessbegleitung in der Ausbildung Vom Unterweisen zum Begleiten selbstständiger Lernprozesse Vertiefung Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie erproben den Wechsel vom Unterweisen zum Begleiten: reale Arbeitsaufträge statt vorgeführter Handgriffe, Lerngespräche statt Kontrolle. Sie nehmen drei fertige Lernaufträge und einen Gesprächsleitfaden mit — und eine klare Vorstellung davon, wo dieser Ansatz in der Pflege an Grenzen stößt.
Die Teilnehmenden
- unterscheiden Unterweisung, Anleitung und Lernprozessbegleitung nach Rollenlogik und Wirkung
- wählen reale Arbeitsaufgaben passend zum Lernstand aus und formulieren sie als Lernauftrag
- führen Lernvereinbarungs-, Zwischen- und Auswertungsgespräche strukturiert
- halten Lernklippen aus und intervenieren dosiert statt vorschnell
- beurteilen, wo der Ansatz in der Pflege trägt und wo die Patientensicherheit ihm Grenzen setzt
Inhalte: Konzept der Lern(prozess)begleitung (GAB München) · die Schrittfolge von der Lernbedarfsklärung über Lernvereinbarung, Auftragsauswahl und Lernarrangement bis zur Auswertung · vollständige Handlung als Strukturprinzip · Erfahrungslernen und Reflexion · die Balance zwischen Zumuten und Absichern · Selbstlernkompetenz als Ausbildungsziel · Grenzen des Ansatzes in Hochrisikosituationen.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Rollentausch-Übung Unterweisen gegen Begleiten, Lernauftragswerkstatt, Lerngesprächstraining mit Beobachtungsbogen.
Literaturbezug: Bauer, Brater, Büchele, Dufter-Weis, Maurus, Munz: Lern(prozess)begleitung in der Ausbildung. Wie man Lernende begleiten und Lernprozesse gestalten kann. Ein Handbuch. 3. Auflage, Bertelsmann, Bielefeld 2010.
Sie nehmen mit: Drei ausformulierte Lernaufträge für den eigenen Bereich und ein Gesprächsleitfaden für Lernvereinbarung und Auswertung.
M14 Ermöglichungsdidaktik ausprobieren Ein Methodenlabor für selbstgesteuertes Lernen im Praxisfeld Vertiefung / Innovation Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Kein Vortrag über Haltung, sondern ein Methodenlabor: Sie durchlaufen einen Parcours ermöglichungsdidaktischer Methoden, werten jede davon direkt aus und entscheiden begründet, welche drei in Ihrem Bereich tatsächlich funktionieren können.
Die Teilnehmenden
- erklären den lerntheoretischen Kern der Ermöglichungsdidaktik und grenzen ihn von Vermittlungsdidaktik ab
- erproben mindestens sechs ermöglichungsdidaktische Methoden in der Selbsterfahrung
- beurteilen deren Passung für Anleitungssituationen unter Realbedingungen
- benennen die Grenzen des Ansatzes dort, wo Verantwortung nicht delegierbar ist
- wählen drei Methoden für die eigene Praxis aus und planen deren Einführung
Inhalte: Grundlinien der Ermöglichungsdidaktik · Lernen als Selbstorganisation · die veränderte Rolle der Lernbegleitung · Methodenparcours: Lernkontrakt, Wochenrückblick, Fragenspeicher, Lerntandem, kollegiale Fallberatung, systemische Fragen, Perspektivwechsel, Metaphernarbeit · Auswertungsraster für Methodenpassung · Kritik: Selbstorganisation als Zumutung, Überforderungsrisiko, Ermöglichung unter Zeitdruck.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Methodenparcours mit Selbsterfahrung, strukturierte Auswertung nach jedem Durchgang, Transferplanung.
Literaturbezug: Rolf Arnold: Ermöglichungsdidaktik beziehungsweise Grundlinien einer Ermöglichungsdidaktik.
Sie nehmen mit: Ein erprobtes Methodenset mit persönlichem Passungsurteil und drei ausgewählten Methoden samt Einführungsplan.
M15 Die Kompetenzbiografie Kompetenzentwicklung biografisch verstehen und sichtbar machen Vertiefung / Innovation Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie lernen, die mitgebrachten Kompetenzen Ihrer Auszubildenden zu erkennen, statt bei null zu beginnen. Sie erstellen zunächst Ihre eigene Kompetenzbiografie und entwickeln daraus einen Leitfaden für das Erstgespräch — besonders hilfreich bei Quereinsteigenden und international ausgebildeten Fachpersonen.
Die Teilnehmenden
- erläutern Kompetenz als Disposition zu selbstorganisiertem Handeln und grenzen sie von Wissen und Qualifikation ab
- erheben Kompetenzbiografien mit biografischen Gesprächs- und Darstellungsformen
- knüpfen Anleitungsangebote an vorhandene, auch informell erworbene Kompetenzen an
- ordnen gängige Kompetenzerfassungsverfahren nach Nutzen und Grenzen ein
- nutzen die eigene Kompetenzbiografie zur Reflexion ihrer Rolle als Anleitende
Inhalte: Kompetenzbegriff nach Erpenbeck und Heyse · Kompetenzentwicklung als biografischer Prozess · Erhebungsformen: biografisches Interview, Zeitstrahl, Kompetenzraster · informell erworbene Kompetenzen anerkennen und anschlussfähig machen · Anwendung auf Quereinstieg, Anpassungsqualifizierung und Assistenzausbildung · Grenzen: Selbstauskunft, soziale Erwünschtheit, Freiwilligkeit und Datenschutz.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Erstellung der eigenen Kompetenzbiografie, biografisches Gespräch im Tandem mit Auswertung, Fallarbeit an Lernendenprofilen.
Literaturbezug: Erpenbeck, Heyse: Die Kompetenzbiographie. Wege der Kompetenzentwicklung. 2., aktualisierte Auflage, Waxmann, Münster 2007.
Sie nehmen mit: Die eigene Kompetenzbiografie und ein Erhebungsleitfaden für das Erstgespräch mit neuen Lernenden.
M16 Lernen sichtbar machen Was aus Hatties Synthesen für die Praxisanleitung folgt — und was nicht Vertiefung Präsenz oder 2 × 4 UE online 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie arbeiten mit dem, was aus der Unterrichtsforschung wirklich folgt — und mit dem, was ihr fälschlich zugeschrieben wird. Ergebnis sind sichtbare Erfolgskriterien für Ihren Einsatz und eine Routine, mit der Sie prüfen, ob Ihre Anleitung ankommt.
Die Teilnehmenden
- ordnen Effektstärken methodisch korrekt ein und erkennen typische Fehlinterpretationen
- prüfen, was aus einem schulisch geprägten Forschungsstand auf Praxisanleitung übertragbar ist
- machen Lernziele und Erfolgskriterien für Auszubildende explizit
- setzen Feedback auf Aufgaben-, Prozess- und Selbstregulationsebene gezielt ein
- holen selbst Rückmeldung über die Wirkung ihrer Anleitung ein
Inhalte: Metaanalysen und Effektstärken — was die Zahlen aussagen und was nicht · Grenzen der Übertragung vom Klassenzimmer auf die Station · sichtbare Lernziele und Erfolgskriterien formulieren · Feedbackebenen und Feedbackrichtung · Fehler als Lerngelegenheit · Erwartungen und Selbstwirksamkeit.
Umfang und Format: Präsenz oder 2 × 4 UE online · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Datenkritik-Übung an konkreten Effektstärken, Formulierungswerkstatt für Erfolgskriterien, Aufbau einer Rückmeldungsroutine.
Sie nehmen mit: Lernziele mit Erfolgskriterien für einen kompletten Einsatz plus eine Kurzroutine, mit der Sie die Wirkung Ihrer Anleitung erheben.
Linie C — Beziehung, Vielfalt, Kommunikation
Die Beziehungsebene: Gespräche führen, Vielfalt gestalten, Abbrüche verhindern, mit Fehlern umgehen.
M17 Schwierige Gespräche führen Kritik, Leistungseinbrüche, Abbruchgefährdung Basis / Vertiefung Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie trainieren die Gespräche, die man gern verschiebt: Kritik, Leistungseinbruch, drohender Abbruch. Mit eigenen Fällen, echtem Feedback und einem Leitfaden, den Sie in der nächsten Woche einsetzen können.
Die Teilnehmenden
- bereiten kritische Gespräche strukturiert vor und führen sie zielorientiert
- benennen Leistungs- und Verhaltensprobleme klar, ohne die Beziehung zu beschädigen
- treffen überprüfbare Vereinbarungen und verfolgen sie nach
- erkennen Abbruchsignale früh und reagieren angemessen
Inhalte: Gesprächsvorbereitung und Settinggestaltung · beschreibendes Feedback · Umgang mit Abwehr, Tränen, Gegenangriff · Zielvereinbarungen und Eskalationsstufen · Abbruchsignale · Grenzen der eigenen Zuständigkeit und Übergabe an Beratungsstellen.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Gesprächstraining mit Fallgeber:innen, Video- oder Beobachtungsfeedback, Eskalationslandkarte.
Sie nehmen mit: Vorbereiteter Gesprächsleitfaden für einen realen eigenen Fall.
M18 Sprachsensibel anleiten Internationale Pflegefachpersonen und Auszubildende begleiten Basis / Vertiefung Präsenz 8 UE · davon 6 berufspäd.
Sie schauen auf Ihre eigene Anleitungssprache und lernen Techniken, mit denen fachlich kompetente Kolleg:innen aus dem Ausland schneller ankommen — inklusive eines Onboarding-Sets für Ihren Bereich.
Die Teilnehmenden
- unterscheiden Sprach-, Fach- und Systemprobleme in der Begleitung
- setzen sprachsensible Techniken in Anleitung und Feedback ein
- machen implizites Handlungswissen und Hausregeln explizit
- gestalten die Begleitung in der Anpassungsqualifizierung strukturiert
Inhalte: Fach- und Alltagssprache, Register · sprachsensible Anleitungstechniken · Fachwortarbeit am Arbeitsplatz · implizite Normen sichtbar machen · Anpassungsqualifizierung und Kenntnisprüfung · Missverständnisse und Gesichtswahrung.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 6 berufspädagogisch
Methoden: Sprachsensible Fallarbeit, Perspektivwechsel-Übungen, Analyse eigener Anleitungssprache.
Sie nehmen mit: Bereichsbezogenes Onboarding-Set mit Fachwortliste und expliziten Hausregeln.
M19 Vielfalt in der Anleitung Diversitäts- und diskriminierungssensibel begleiten Vertiefung Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie reflektieren, wie eigene Zuschreibungen in Beurteilungen einfließen, und trainieren, im Moment zu reagieren, wenn Auszubildende diskriminiert werden — mit einem Repertoire, das über gute Absichten hinausgeht.
Die Teilnehmenden
- reflektieren eigene Zuschreibungen und deren Wirkung auf Beurteilung und Zuteilung
- gestalten Lernbegleitung, die unterschiedliche Voraussetzungen berücksichtigt
- reagieren handlungssicher auf diskriminierendes Verhalten im Feld
- unterstützen betroffene Auszubildende, ohne sie zu exponieren
Inhalte: Heterogenität als didaktische Aufgabe · Zuschreibungen und ihre Folgen für Beurteilung · Umgang mit Diskriminierung durch Patient:innen und Team · Intervenieren in der Situation · Nachsorge und Ansprechstrukturen · rechtlicher Rahmen (AGG).
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Fallbasierte Selbstreflexion, Interventionstraining, Analyse von Beurteilungsdaten auf Muster.
Sie nehmen mit: Persönliches Interventionsrepertoire und ein Vorschlag für die Ansprechstruktur im Haus.
M20 Feindseligkeit unter Pflegenden Horizontale Gewalt erkennen, ansprechen, unterbrechen Vertiefung Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie arbeiten an dem, was in Teams selten offen verhandelt wird: Herabsetzung und Ausgrenzung gegenüber Lernenden. Sie trainieren Interventionen für den Moment und bereiten das Gespräch vor, das Sie im eigenen Haus führen müssten.
Die Teilnehmenden
- erkennen Erscheinungsformen horizontaler Feindseligkeit und ihre Dynamik
- unterscheiden Konflikt, Feindseligkeit und Mobbing in ihren Konsequenzen
- intervenieren in der Situation, ohne die eigene Position im Team zu verlieren
- begleiten Betroffene, ohne sie zu exponieren
- sprechen Teammuster gegenüber Leitung und Kolleg:innen wirksam an
Inhalte: Erscheinungsformen und Befundlage · Entstehungsbedingungen: Hierarchie, Belastung, berufliche Sozialisation · Folgen für Ausbildungsabbruch, Fehlerverschweigen und Patientensicherheit · Intervention im Moment · das Gespräch mit Verursachenden · Rolle und Verantwortung der Leitung · Grenzen der Praxisanleitungsrolle und Übergabe an zuständige Stellen.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Fallarbeit mit eigenen Beobachtungen, Interventionstraining in Kurzszenen, Analyse der Teamkultur anhand von Indikatoren.
Sie nehmen mit: Ein persönliches Interventionsrepertoire und ein vorbereitetes Anliegen an Leitung oder Team.
M21 Bleiben statt abbrechen Motivation, Bindung und Abbruchprävention Basis / Vertiefung Präsenz oder 2 × 4 UE online 8 UE · davon 8 berufspäd.
Statt über die Generation Z zu klagen, schauen Sie auf die Faktoren, die tatsächlich über Bleiben und Gehen entscheiden — und entwickeln daraus einen konkreten Plan für die ersten vier Wochen im Einsatz.
Die Teilnehmenden
- ordnen verbreitete Generationenzuschreibungen kritisch ein
- benennen die tatsächlichen Abbruchursachen und ihre Stellschrauben in der Praxis
- gestalten Zugehörigkeit und Wirksamkeitserleben systematisch
- erkennen Warnsignale und handeln früh statt spät
Inhalte: Befundlage zu Ausbildungsabbrüchen · Motivationstheorien (Selbstbestimmung, Erwartung × Wert) · Onboarding und Ankommen · Zugehörigkeit im Team herstellen · Frühwarnsignale und Gesprächsanlässe · Bindung nach dem Examen.
Umfang und Format: Präsenz oder 2 × 4 UE online · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Analyse eigener Abbruchfälle, Journey-Mapping des ersten Einsatzes, Maßnahmenpriorisierung.
Sie nehmen mit: Maßnahmenplan „Erste vier Wochen" für den eigenen Bereich.
M22 Ethisch schwierige Themen anleiten Sterben, Zwang und Grenzen der Versorgung mit Auszubildenden bearbeiten Vertiefung / Innovation Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie erarbeiten ein Format, mit dem ethisch belastende Situationen im Stationsalltag besprechbar werden — kurz genug für die Realität, strukturiert genug, um über Betroffenheitsbekundungen hinauszukommen. Mit Raum für eigene Fälle.
Die Teilnehmenden
- erkennen Anzeichen moralischer Belastung bei Lernenden
- strukturieren ethische Fallbesprechungen mit einem einfachen, alltagstauglichen Modell
- bleiben in der eigenen Betroffenheit sprachfähig und in der Anleitungsrolle
- begleiten Erstkontakte mit Sterben und Tod bewusst statt beiläufig
- kennen die Zugangswege zu Ethikberatung und die Grenzen der eigenen Zuständigkeit
Inhalte: Moralischer Stress und Coolout in der Ausbildung · Modelle ethischer Fallbesprechung und ihre Kurzformen für den Stationsalltag · wiederkehrende Themenfelder: Sterbebegleitung, Therapiezielbegrenzung, Zwang und freiheitsentziehende Maßnahmen, Ablehnung von Behandlung, Verteilungskonflikte · Sprachfähigkeit im Team herstellen · Nachbesprechung belastender Ereignisse · Abgrenzung zu Seelsorge und therapeutischer Begleitung.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Strukturierte Fallbesprechung an mitgebrachten Situationen, Gesprächssimulation zum Erstkontakt, Reflexionsformate.
Sie nehmen mit: Ein Leitfaden für die ethische Kurzfallbesprechung auf Station, ausgelegt auf 30 Minuten.
M23 Aus Fehlern lernen lassen Fehlerkultur, Sicherheitsdenken und Second Victim Vertiefung Präsenz 8 UE · davon 6 berufspäd.
Wie Sie auf den ersten Fehler einer Auszubildenden reagieren, prägt deren gesamte Haltung zur Sicherheitskultur. Sie trainieren dieses Gespräch und lernen, Beinahe-Ereignisse als Lernanlass zu nutzen.
Die Teilnehmenden
- erklären Grundbegriffe der Patientensicherheit und ordnen Fehlerarten ein
- begleiten Auszubildende nach einem Fehler so, dass Lernen möglich bleibt
- nutzen CIRS-Fälle und Beinahe-Ereignisse als Anleitungsanlass
- erkennen Second-Victim-Reaktionen und wissen um Unterstützungswege
Inhalte: Fehlerarten und Systemperspektive · Just Culture · das Gespräch nach dem Fehler · CIRS als Lernquelle · Second Victim: Reaktionen und Unterstützung · Speak-up trainieren.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 6 berufspädagogisch
Methoden: Fallarbeit mit realen CIRS-Meldungen, Gesprächssimulation, Speak-up-Training.
Sie nehmen mit: Leitfaden „Das Gespräch nach dem Fehler" und zwei aufbereitete CIRS-Lernfälle.
M24 Die professionelle Identität von Pflegefachpersonen Berufliches Selbstverständnis in der Ausbildung fördern Vertiefung / Innovation Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie sehen sich an, was Ihr Bereich Auszubildenden nebenbei über den Beruf beibringt — und entwickeln ein Gesprächsformat, mit dem berufliches Selbstverständnis zum Thema wird, bevor Resignation es besetzt.
Die Teilnehmenden
- beschreiben professionelle Identität als Entwicklungsprozess und benennen ihre Einflussgrößen
- erkennen identitätsrelevante Situationen im Ausbildungsalltag
- reflektieren ihre eigene Vorbildwirkung und den heimlichen Lehrplan ihres Bereichs
- führen Gespräche über Berufsverständnis, Berufsstolz und Enttäuschung
- erkennen Anpassungs- und Abkühlungsprozesse bei Lernenden früh
Inhalte: Ansätze professioneller Identitätsbildung in der Pflege · berufliches Selbstverständnis und Berufsstolz · Sozialisation in der Praxis und der heimliche Lehrplan · Coolout als Anpassung an widersprüchliche Bedingungen · Sprachfähigkeit über die eigene Arbeit · Identitätsfragen in generalistischer und hochschulischer Ausbildung.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Biografische Reflexion der eigenen Berufsidentität, Analyse des heimlichen Lehrplans im eigenen Bereich, Gesprächsformat im Erproben.
Sie nehmen mit: Eine Sammlung identitätsrelevanter Reflexionsanlässe und ein erprobtes Gesprächsformat zur Frage, was gute Pflege ausmacht.
Linie D — Innovation und Zukunft
Zukunftsthemen mit Werkstattcharakter — Sie entwickeln im Kurs ein eigenes Produkt.
M25 Future Skills in der Pflege Vom Schlagwort zum Anleitungsauftrag Innovation Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Zukunftskompetenzen werden viel beschworen und selten angeleitet. Sie prüfen die gängigen Modelle auf ihre Tragfähigkeit und übersetzen drei davon in Praxisaufträge, die auf Ihrer Station tatsächlich funktionieren.
Die Teilnehmenden
- ordnen gängige Future-Skills-Modelle ein und prüfen ihre Tragfähigkeit für die Pflege
- identifizieren die Kompetenzen, die im eigenen Bereich absehbar an Bedeutung gewinnen
- übersetzen jeweils eine solche Kompetenz in eine anleitbare Praxissituation
- machen Kompetenzzuwachs in diesen Bereichen beobachtbar und rückmeldbar
Inhalte: Kompetenzmodelle im Überblick (4K, OECD-Rahmen, Future-Skills-Modelle im Gesundheitswesen) · Selbstorganisation und Ambiguitätstoleranz · Data Literacy und AI Literacy in der Pflege · kritisches Denken und Urteilsbildung · Kooperation über Berufsgruppengrenzen · Kritik am Konzept: Was verdeckt die Zukunftsrhetorik?
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Kompetenz-Screening des eigenen Bereichs, Übersetzungswerkstatt, Zukunftsszenarien mit Rückwärtsplanung.
Sie nehmen mit: Drei Praxisaufträge, die je eine Future Skill in einer konkreten Anleitungssituation adressieren, inklusive Beobachtungskriterien.
M26 Evidence-based Nursing für Praxisanleiter:innen „Warum machen wir das so?" als Anleitungsmethode Innovation Präsenz oder 2 × 4 UE online 8 UE · davon 6 berufspäd.
Sie lernen, aus einer Alltagsfrage eine beantwortbare Frage zu machen, in zwanzig Minuten belastbare Quellen zu finden und daraus einen kurzen Beitrag für Ihr Team zu bauen — und machen die Frage „Warum eigentlich?" zum Anleitungsinstrument.
Die Teilnehmenden
- formulieren klinische Fragen aus dem Anleitungsalltag in beantwortbarer Form (PICO)
- recherchieren in vertretbarer Zeit in geeigneten Quellen
- schätzen Evidenzqualität grob, aber tragfähig ein
- nutzen die Evidenzfrage als didaktisches Instrument in der Anleitung
- gehen souverän mit dem Konflikt zwischen Evidenz und Hausstandard um
Inhalte: EBN-Schritte im Überblick · PICO-Fragen aus echten Anleitungssituationen · Leitlinien, Expertenstandards, Reviews: was wofür taugt · 20-Minuten-Recherche mit frei zugänglichen Quellen · Evidenzhierarchien und ihre Grenzen · „Evidenz-Snack" und Mini-Journal-Club auf Station · Umgang mit „Das haben wir immer so gemacht".
Umfang und Format: Präsenz oder 2 × 4 UE online · 8 UE, davon 6 berufspädagogisch
Methoden: Rechercheübung an eigenen Fragen, kritische Lektüre eines Kurztextes, Gestaltung eines Evidenz-Snacks, Rollenspiel zum Standardkonflikt.
Sie nehmen mit: Ein fertig ausgearbeiteter Evidenz-Snack (15 Minuten) zu einer eigenen Praxisfrage, einsetzbar in der nächsten Teambesprechung.
M27 Lehrexperimente in der Praxis Didaktische Ideen erproben und ihre Wirkung prüfen Innovation Werkstatt mit Transferphase 12 UE · davon 12 berufspäd.
Sie formulieren eine Vermutung über Ihre eigene Anleitungspraxis, erproben eine Veränderung im Einsatz und prüfen, ob sie tatsächlich wirkt. Am Ende steht ein ausgewertetes Lehrexperiment — und ein Vorgehen, das Sie beliebig wiederholen können.
Die Teilnehmenden
- formulieren eine didaktische Hypothese über ihre eigene Anleitungspraxis
- planen eine überschaubare Intervention mit klarem Vergleichsmaßstab
- wählen einfache, alltagstaugliche Wirkungsindikatoren aus
- werten ihr Experiment aus und leiten begründete Konsequenzen ab
- stellen Vorgehen und Ergebnis für Kolleg:innen nachvollziehbar dar
Inhalte: Design-based Research in Kurzform · von der Unzufriedenheit zur Hypothese · Interventionsplanung: klein, klar, machbar · Wirkungsindikatoren (Beobachtung, Kurzbefragung, Artefakte, Zeitmessung) · ethische und datenschutzrechtliche Grenzen · Auswertung und Interpretation · Ergebnisse teilen.
Umfang und Format: Werkstatt: 8 UE + Transferphase (6 Wochen) + 4 UE Auswertung · 12 UE synchron, davon 12 berufspädagogisch
Methoden: Hypothesenwerkstatt, Peer-Review der Designs, begleitete Transferphase, Ergebniskolloquium.
Hinweis zur Anrechnung: Anrechenbar sind ausschließlich die 12 synchronen Unterrichtsstunden. Die Transferphase wird als zusätzliche, nicht anrechenbare Eigenarbeit ausgewiesen.
Sie nehmen mit: Ein durchgeführtes und ausgewertetes Lehrexperiment mit einseitigem Ergebnisposter.
M28 Ein Planspiel entwickeln Von der Szenarioidee zum spielfertigen Prototyp Innovation Werkstatt · 2 Tage 16 UE · davon 16 berufspäd.
In zwei Tagen bauen Sie ein eigenes Planspiel für Ihren Bereich: Szenario, Rollen, Regeln, Debriefing. Sie testen es im Kurs an echten Mitspielenden und nehmen einen überarbeiteten, einsatzfertigen Prototyp mit nach Hause.
Die Teilnehmenden
- unterscheiden Planspiel, Rollenspiel, Fallarbeit und Simulation nach Wirkungslogik
- entwickeln ein Szenario mit tragfähigem Konflikt und offenem Ausgang
- konstruieren Rollen, Regeln, Ressourcen und Entscheidungspunkte
- planen Spielleitung und Debriefing
- testen ihren Prototyp und überarbeiten ihn auf Basis der Testerfahrung
Inhalte: Wirkprinzipien von Planspielen · Szenariokern: Zielkonflikt, Knappheit, Zeitdruck · Rollenkarten und Informationsasymmetrie · Regelwerk, Ereigniskarten, Entscheidungspunkte · Spielleitung und Eingriffstiefe · Debriefing als eigentlicher Lernort · Material mit Bordmitteln · Beispielszenarien: Frühdienst bei Personalausfall, Entlassungsmanagement mit Angehörigenkonflikt, Einführung einer neuen Dokumentation.
Umfang und Format: Werkstatt: 2 Tage (16 UE), davon 16 berufspädagogisch
Methoden: Design-Sprint im Team, Prototyping, gegenseitiges Testspielen, Überarbeitungsschleife.
Sie nehmen mit: Ein spielfertiger Planspiel-Prototyp mit Rollenkarten, Regelwerk und Debriefing-Leitfaden — im Kurs mindestens einmal getestet.
M29 KI in der Praxisanleitung Werkzeug, Lerngegenstand und Problemfall Innovation Präsenz oder 2 × 4 UE online 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie arbeiten praktisch mit generativer KI: erzeugen Anleitungsmaterial, prüfen es kritisch und bauen Praxisaufträge so um, dass sie weiterhin Kompetenz nachweisen — statt Prompts.
Die Teilnehmenden
- beschreiben Funktionsweise und Grenzen generativer KI in Grundzügen
- setzen KI zur Vorbereitung von Anleitungsmaterial gezielt ein
- bewerten KI-gestützte Arbeitsergebnisse von Auszubildenden fair und nachvollziehbar
- gestalten Aufgaben, bei denen der Kompetenznachweis KI-robust bleibt
- ordnen Datenschutz- und Sorgfaltsfragen im Umgang mit Patientendaten ein
Inhalte: Funktionsweise, Halluzinationen, Bias · Prompting für Anleitungszwecke · Fallvignetten, Quizfragen, Feedbackentwürfe generieren · KI-robuste Aufgabenstellungen · Umgang mit KI-generierten Ausarbeitungen · Datenschutz und Schweigepflicht · KI-Kompetenz als Ausbildungsinhalt.
Umfang und Format: Präsenz oder 2 × 4 UE online · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Praktische Arbeit an eigenen Geräten, Fehlersuche in KI-Ausgaben, Aufgabenumbau-Werkstatt.
Sie nehmen mit: Eine Prompt-Sammlung für wiederkehrende Anleitungsaufgaben und zwei KI-robust umgebaute Praxisaufträge.
M30 Lernnuggets und Gamification Kurzformate, die im Team ankommen Innovation Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie produzieren im Kurs drei einsatzfertige Kurzformate für Ihr Team und planen, wie diese in bestehende Routinen kommen — mit Gamification, wo sie trägt, und ohne, wo sie stört.
Die Teilnehmenden
- konzipieren Lernnuggets mit einem klaren Lernziel und passendem Umfang
- setzen Elemente spielerischen Lernens gezielt und ohne Anbiederung ein
- verankern Kurzformate in bestehenden Teamroutinen
- prüfen die Wirkung ihrer Formate mit einfachen Mitteln
Inhalte: Microlearning: Wirkprinzipien und Grenzen · Nugget-Formate (Karten, Kurzvideo, Aushang, Quiz) · Spaced Repetition im Schichtbetrieb · Gamification-Elemente und ihre Nebenwirkungen · Einbettung in Übergabe und Teamsitzung · Wirkungsprüfung.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Produktionswerkstatt, Peer-Test, Einbettungsplanung.
Sie nehmen mit: Drei produzierte Lernnuggets und ein Verankerungsplan für die kommenden zwölf Wochen.
M31 Planetary Health als Ausbildungsinhalt Nachhaltigkeit in der Pflegepraxis anleiten Innovation Präsenz 8 UE · davon 6 berufspäd.
Sie schauen mit Ihren Auszubildenden auf Material, Energie und Ressourcen im Stationsalltag — fachlich fundiert, ohne Hygienestandards zu unterlaufen und ohne moralischen Zeigefinger.
Die Teilnehmenden
- erklären den Zusammenhang von Klima, Umwelt und Gesundheit in Grundzügen
- identifizieren Nachhaltigkeitsentscheidungen im pflegerischen Alltag
- leiten ressourcenbewusstes Handeln an, ohne Hygiene- und Sicherheitsstandards zu unterlaufen
- gehen mit den Zielkonflikten des Themas offen und fachlich um
Inhalte: Planetary Health: Grundlagen · Ressourcenverbrauch in der Pflege · Einweg vs. Mehrweg, Materialentscheidungen, Arzneimittelentsorgung · Hitzeschutz für vulnerable Gruppen · Zielkonflikte Hygiene, Sicherheit, Ökonomie · Nachhaltigkeit als Praxisauftrag.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 6 berufspädagogisch
Methoden: Materialaudit im eigenen Bereich, Zielkonfliktdiskussion, Praxisauftragsentwicklung.
Sie nehmen mit: Ein Praxisauftrag „Ressourcen im Blick" und eine Kurzanalyse des eigenen Bereichs.
Linie E — System, Qualität, Weiterentwicklung
Praxisanleitung als System denken: Konzepte, Settings, neue Ausbildungsformen, Netzwerkarbeit.
M32 Das Praxisanleitungskonzept Schreiben, umsetzen, evaluieren Vertiefung / Innovation Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie bringen Ihr bestehendes Konzept mit und gehen mit einem überarbeiteten Baustein plus drei überprüfbaren Kennzahlen wieder heraus — damit aus dem Ordnerdokument ein Steuerungsinstrument wird.
Die Teilnehmenden
- beurteilen bestehende Konzepte anhand fachlicher und rechtlicher Kriterien
- formulieren Konzeptbausteine mit klaren Zuständigkeiten und Ressourcenzusagen
- definieren überprüfbare Qualitätskriterien für die Praxisanleitung
- planen Einführung und regelmäßige Überarbeitung
Inhalte: Pflichtbestandteile und Prüferwartungen · Aufbau und typische Leerstellen · Zuständigkeiten und Ressourcen verbindlich regeln · Qualitätskriterien und Kennzahlen (Anleitungsquote, Abbruchquote, Beurteilungsverteilung, Rückmeldungen) · Einführungsstrategie · Evaluationszyklus.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Konzeptreview im Tandem, Schreibwerkstatt, Kennzahlenauswahl.
Sie nehmen mit: Überarbeiteter Konzeptbaustein und ein Set von drei Kennzahlen mit Erhebungsweg.
M33 Das BAPID-Modell Die Bildungsarchitektur der Pflege als Orientierungsrahmen nutzen Vertiefung / Innovation Präsenz oder 2 × 4 UE online 8 UE · davon 6 berufspäd.
Sie gewinnen Überblick über die Bildungslandschaft der Pflege und können danach im Team erklären, wer mit welcher Qualifikation wofür zuständig ist. Mit einer Übersicht für Ihren Bereich, die auch bei der Einsatzplanung gemischter Lernendengruppen hilft.
Die Teilnehmenden
- geben Zielsetzung und Aufbau der Bildungsarchitektur in Grundzügen wieder
- verorten die Lernenden ihres Bereichs in diesem Rahmen
- erklären Zuständigkeitsunterschiede zwischen Qualifikationsniveaus im Team nachvollziehbar
- leiten daraus unterschiedliche Anleitungsanforderungen ab
- ordnen den Vorschlag berufspolitisch ein und unterscheiden ihn von geltendem Recht
Inhalte: Entstehung und Auftrag des Projekts · die drei Bildungsdomänen von der Allgemeinbildung über die allgemeine bis zur speziellen Pflegebildung · Stufen, Typen und das Prinzip der Durchlässigkeit · internationale Anschlussfähigkeit · Konsequenzen für die Anleitung gemischter Lernendengruppen · Verhältnis zu PflBG und PflAPrV · offene Fragen und Kritik · Stand der Weiterentwicklung.
Umfang und Format: Präsenz oder 2 × 4 UE online · 8 UE, davon 6 berufspädagogisch
Methoden: Verortungsübung mit den eigenen Lernendengruppen, Erklärübung für Teamkommunikation, kritische Diskussion.
Literaturbezug: Genz, von Gahlen-Hoops (Hrsg.), unter Mitarbeit von Herzberg, mit einem Vorwort von Vogler: Bildungsarchitektur der Pflege in Deutschland (BAPID). transcript, Bielefeld 2024.
Sie nehmen mit: Eine Übersicht „Wer lernt bei uns was und wofür ist wer zuständig" für den eigenen Bereich.
M34 Anleiten in der hochschulischen Pflegeausbildung Praxisbegleitung auf akademischem Niveau Vertiefung / Innovation Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie klären, was Studierende in der Praxis brauchen und was sie mitbringen — und entwickeln einen Betreuungsleitfaden für wissenschaftsbezogene Praxisaufgaben, der auch im Team vermittelbar ist.
Die Teilnehmenden
- beschreiben Struktur, Kompetenzprofil und Vorbehaltsaufgaben der hochschulischen Ausbildung
- unterscheiden ihre Anleitungsaufgaben gegenüber der beruflichen Ausbildung
- begleiten wissenschaftsbezogene Praxisaufgaben fachlich sicher
- gestalten das Verhältnis zu erfahrenen Praktiker:innen im Team konstruktiv
Inhalte: Hochschulische Pflegeausbildung im Überblick · erweiterte Kompetenzen und Vorbehaltsaufgaben · Praxisaufgaben mit Wissenschaftsbezug begleiten · Rollenverhältnis Studierende / Team · Zusammenarbeit mit der Hochschule · Perspektiven nach dem Abschluss.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Fallarbeit an Studienaufgaben, Erwartungsklärung im Rollenspiel, Aufgabenanalyse.
Sie nehmen mit: Zwei begleitete Praxisaufgaben mit Betreuungsleitfaden.
M35 Anleiten in der Pflegefachassistenz Kurze Ausbildung, klarer Auftrag Vertiefung Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Kürzere Ausbildung, anderer Auftrag: Sie passen Ihre Anleitungsplanung an die Assistenzausbildung an und klären, wie beide Lernendengruppen im selben Team gut nebeneinander lernen.
Die Teilnehmenden
- ordnen Struktur und Kompetenzprofil der Assistenzausbildung ein
- passen Anleitungsplanung an die kürzere Ausbildungszeit an
- gestalten die Zusammenarbeit von Assistenz- und Fachkraftauszubildenden im Team
- begleiten Durchlässigkeit und Anschlussqualifizierung
Inhalte: Rechtlicher Stand und Übergangsregelungen · Kompetenzprofil und Aufgabenzuschnitt · Verdichtete Anleitungsplanung · Abgrenzung und Zusammenwirken der Lernendengruppen · Delegation an Assistenzkräfte · Durchlässigkeit und Anrechnung.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Vergleichende Planungsarbeit, Fallarbeit zu Aufgabenzuschnitt, Teamkonstellations-Analyse.
Sie nehmen mit: Angepasster Einsatzplan für Assistenzauszubildende im eigenen Bereich.
M36 Setting-Spezial: Langzeitpflege und ambulante Pflege Anleiten ohne Skills Lab und ohne Kolleg:in nebenan Vertiefung Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Ein Modul für alle, die außerhalb der Klinik anleiten: Sie übertragen Methoden auf Ihr Setting, klären die rechtlichen Besonderheiten im Wohnraum und planen Anleitung so, dass sie neben der Tour überhaupt stattfinden kann.
Die Teilnehmenden
- übertragen Anleitungsmethoden auf ihre jeweilige Versorgungsform
- gestalten Anleitung in der Tour und im Wohnumfeld methodisch und rechtlich sicher
- nutzen die spezifischen Lernpotenziale ihres Settings (Beziehungskontinuität, Biografie, Selbstständigkeit)
- organisieren Anleitungszeit unter Tourenplan- und Personalbedingungen
Inhalte: Lernpotenziale der Langzeit- und ambulanten Pflege · Anleiten im Wohnraum: Hausrecht, Privatsphäre, Einwilligung · Anleitung in der Tour planen · Alleinarbeit und Aufsicht · Biografiearbeit und Beziehungskontinuität als Lerngegenstand · Kooperation mit der Schule bei geringer Kohortengröße.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Settingbezogene Fallarbeit, Tourenplan-Simulation, Methodentransfer-Werkstatt.
Sie nehmen mit: Settingangepasster Anleitungsplan mit drei erprobbaren Anleitungssituationen.
M37 Gestaltungskompetenzen im Pflegealltag stärken Lernende befähigen, Arbeit mitzugestalten statt sie nur zu bewältigen Vertiefung / Innovation Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie entwickeln einen Auftrag, mit dem Auszubildende in Ihrem Bereich tatsächlich etwas verändern dürfen — klein genug, um realistisch zu sein, verbindlich genug, um Wirksamkeit erfahrbar zu machen.
Die Teilnehmenden
- beschreiben Gestaltungskompetenz und die Bedingungen ihrer Entwicklung
- identifizieren reale Gestaltungsspielräume im eigenen Bereich
- übertragen Lernenden Verantwortung für konkrete Verbesserungsvorhaben
- begleiten diese Vorhaben von der Idee bis zur Auswertung
- gehen mit Widerstand im Team konstruktiv um
Inhalte: Gestaltungskompetenz als Bildungsziel · Handlungsspielräume erkennen und zugänglich machen · Formate: Verbesserungsauftrag, Auszubildendenprojekt, zeitweise Übernahme eines Bereichs · Beteiligung und Entscheidungsrechte klären · Umgang mit „Das geht bei uns nicht" · Zusammenhang von Wirksamkeitserleben und Berufsverbleib.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Spielraumanalyse des eigenen Bereichs, Auftragsentwicklung, Widerstandsdialog im Rollenspiel.
Sie nehmen mit: Ein ausformulierter Gestaltungsauftrag für Lernende mit Rahmen, Ressourcen, Entscheidungsrechten und Auswertungstermin.
M38 Multiplikator:in werden Das PA-Netzwerk moderieren und weiterentwickeln Innovation Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie qualifizieren sich für die Moderation eines Praxisanleitungs-Netzwerks: Formate, Moderation, Weitergabe von Inhalten und die Vertretung Ihrer Anliegen nach oben — mit einem fertigen Jahresplan.
Die Teilnehmenden
- konzipieren Formate für den kollegialen Austausch mit klarem Nutzen
- moderieren Gruppen ergebnisorientiert, auch bei Widerstand
- geben eigene Fortbildungsinhalte an Kolleg:innen weiter
- vertreten Anliegen der Praxisanleitung gegenüber Leitungsebenen
Inhalte: Netzwerkformate: PA-Zirkel, kollegiale Beratung, Fallkonferenz · Moderationstechniken · Weitergabe von Inhalten (Train-the-Trainer-Grundlagen) · Umgang mit Widerstand und Beteiligungsmüdigkeit · Interessenvertretung gegenüber Leitung · Jahresplanung für das Netzwerk.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Moderationstraining mit Videofeedback, Lehrsequenz im Micro-Teaching, Jahresplanung.
Sie nehmen mit: Konzept und Jahresplan für einen PA-Zirkel im eigenen Haus, plus eine erprobte Weitergabesequenz.
M39 Communities of Practice aufbauen Lernen in Praxisgemeinschaften über Stations- und Einrichtungsgrenzen hinweg Innovation Präsenz 8 UE · davon 8 berufspäd.
Sie verstehen, wie Lernen über Zugehörigkeit funktioniert, und planen konkret eine Praxisgemeinschaft — im Haus oder einrichtungsübergreifend. Einschließlich der unbequemen Frage, warum die meisten solchen Runden nach einem halben Jahr einschlafen.
Die Teilnehmenden
- erklären situiertes Lernen und das Hineinwachsen in eine Praxisgemeinschaft
- analysieren, wie Zugehörigkeit im eigenen Team tatsächlich hergestellt wird
- planen den Aufbau einer Community of Practice entlang ihrer drei Elemente
- wählen passende Präsenz- und Onlineformate aus
- erkennen die typischen Gründe, an denen solche Gemeinschaften nach wenigen Monaten scheitern
Inhalte: Situiertes Lernen und legitime periphere Teilhabe · die drei Elemente einer Community of Practice: gemeinsames Anliegen, Gemeinschaft, geteilte Praxis · Onboarding als Teilhabegestaltung · einrichtungsübergreifende Netzwerke von Praxisanleitenden · digitale Formate und ihre Tücken · Aufwand, Rollen, Rückendeckung durch Leitung · warum Praxisgemeinschaften einschlafen und was dagegen hilft.
Umfang und Format: Präsenz · 8 UE, davon 8 berufspädagogisch
Methoden: Zugehörigkeitsanalyse des eigenen Teams, Aufbauplanung im Team, Szenarienarbeit zu typischen Scheiterensmustern.
Sie nehmen mit: Ein Aufbauplan für eine Community of Practice mit Anliegen, Kernrunde, Rhythmus, Rollen und erstem Anlass.
Empfohlene Jahrespakete
Drei Module ergeben die geforderten 24 Stunden. Diese Kombinationen haben sich bewährt:
| Paket | Module | Für wen |
|---|---|---|
| Pflicht kompakt | M01 + M04 + M07 | Neue PA, Nachweis sichern |
| Praxis vertiefen | M10 + M17 + M11 | PA mit 3+ Jahren Erfahrung |
| Zukunft gestalten | M25 + M26 + M29 | PA mit Entwicklungsauftrag |
| Lernbegleitung | M13 + M15 + M11 | PA, die vom Unterweisen zum Begleiten wechseln wollen |
| Werkstattjahr | M28 (16 UE) + M27 (12 UE) | Multiplikator:innen, Zertifikatslinie |
| Kultur und Haltung | M20 + M22 + M24 | PA, die an Teamkultur und Berufsverständnis arbeiten |
| Leitungsnah | M32 + M38 + M06 | PA-Koordination, Ausbildungsleitung |
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